BEGEGNUNG
MIT FOLGEN
10 ANIMATIONEN

Das Festival Zeiträume und die Fachklasse für Grafik der Schule für Gestaltung Basel

Die Fachklasse für Grafik der Schule für Gestaltung Basel traf im Rahmen ihres sogenannten «Sommerprojekts 2017» auf die Biennale «ZeitRäume», dem Festival im Zeichen zeitgenössischer E-Musik und Architektur. «ZeitRäume» fand vom 16. bis zum 24. September 2017 an verschiedenen Orten in Basel und in der Umgebung statt. Die jungen Gestalterinnen und Gestalter der Fachklasse liessen sich von den Klängen und Räumen des Festivals inspirieren und erarbeiteten in Teams Animationen zu einzelnen Aufführungen und Events der Biennale. Zwei separate Arbeitsteams befassten sich mit Gestaltung und Aufbau einer Webiste, mittels welcher das Projekt wird, sowie mit einer Dokumentation über das Sommerprojekt.

Das Festival «Zeiträume Basel»

Aus dem Festivalprogramm: «Sehen Sie den Klang und hören Sie den Ort! ZeitRäume Basel öffnet der Musik Räume und heisst Sie herzlich Willkommen zur diesjährigen, unerhörten Erlebnistour durch die Hallen und Gassen in Basel und in der Umgebung. Mit der zweiten Ausgabe der Biennale verbinden sich Architektur und Musik an über 25 Orten und in 45 Veranstaltungen mit rund 700 Mitwirkenden und 30 Uraufführungen. Über Wiesen und Wasser bis hoch auf Dachterrassen und Türme erstreckt sich ein Festival mit Architektinnen und Architekten, Komponistinnen und Komponisten, Musikerinnen und Musikern. Ausflüge über experimentelle und spielerische Hörlandschaften führen zu eindrucksvollen Raumerkundungen. Ob das Spiel des Ensembles in der dreidimensionalen Maurerhalle, die Klangreise durch die Steinlandschaft des Friedhofs Hörnli oder das Spektakel der über 100 Blasinstrumente auf dem Basler Balkonhorizont – ZeitRäume Basel lädt zu einer zweiten eindrucksvollen Reise der zeitgenössischen Musik und Architektur ein. Viel Vergnügen!»

Die Schule für Gestaltung Basel

Die über zweihundert Jahre alte Schule für Gestaltung Basel bietet für Berufe im Bereich der Gestaltung praxisorientierte Vor-, Grund- und Weiterbildungsangebote an. Mit etwa 1300 Schülerinnen und Schülern pro Jahr und 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Schule für Gestaltung ein grosses Kompetenzzentrum für die Ausbildung in gestalterischen Disziplinen. Bekannte Designerpersönlichkeiten wie etwa Emil Ruder, Armin Hofmann, Wolfgang Weingart – um nur ein paar wenige historische Namen zu nennen – haben hier unterrichtet, die Schule geprägt und ihren international guten Ruf begründet. Dank der Nutzung aller zeitgenössischen technischen Möglichkeiten und der steten Bezugnahme auf aktuelle Gestaltungstrends bleibt die Schule heute up to date und zukunftsorientiert.

Die Fachklasse für Grafik

In der Fachklasse für Grafik erfolgt die Fachausbildung zur Grafikerin und zum Grafiker in einem vierjährigen Lehrmodell. Jedes Jahr schliessen um 16 Lernende hier ihre Ausbildung mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis sowie der Berufsmaturität ab. Das gestalterische Handwerk wird in breitgefächerten Disziplinen erlernt, welche Printmedien wie Plakate und Publikationen ebenso umfassen wie interaktive Medien, Animationen und Spots oder räumliche Anwendungen. Im jährlich stattfindenden «Sommerprojekt» arbeiten jeweils alle vier Jahrgänge (insgesamt um 65 Lernende) zusammen an einem grösseren gemeinsamen Projekt.

Das Sommerprojekt der Fachklasse für Grafik

Mit dem «Sommerprojekt» beginnt für die vier Klassen der Fachklasse für Grafik jeweils das Schuljahr. Die gemeinsame Arbeit – meistens an einem realen Auftrag einer Institution oder eines kulturellen Unternehmens – fördert das gute Verhältnis zwischen den Jahrgängen, die effektive Zusammenarbeit im Team wird geübt. Von einer breiten Entwurfsphase bis zum professionell realisierten Endprodukt werden innovative Lösungen gesucht. Geleitet und betreut werden die Projekte jeweils von einer Gruppe von Lehrerinnen und Lehrern, die aufgrund ihrer beruflichen Spezialisierungen speziell für die betreffende Aufgabe zusammengestellt wird. In «Sommerprojekten» entstanden in den letzten Jahren beispielsweise Farbtafeln zum Thema des Basler Stadtbildes («Farben der Stadt»), eine Website als Kunstgeschichte-Lerntool für Schülerinnen und Schüler («ArtFacts»), Briefmarken für die Schweizerische Post («Städte der Schweiz»), Plakate für das «Internationale Literaturfestival BuchBasel» und im Jahr 2017 nun Kurzberichte in Form von illustrativen Animationen für das Kulturfestival «Zeiträume – Biennale für Neue Musik und Architektur».

Interview mit dem Leiter der Fachklasse für Grafik







Teilprojekt 2
Website

Die Kurzanimationen, die im Teilprojekt 1 gemacht wurden, werden auf der entwickelten Website präsentiert. Dafür entwerfen drei Gruppen mit jeweils vier Lernenden verschiedene Entwürfe. In einem Prozess werden diese Entwürfe immer weiter gefiltert, bis schlussendlich ein Entwurf ausgewählt und umgesetzt wird.

 

«Mit Skizzen werden Ideen auf Papier gebracht», Ramon Mohler, 19
«Zu Beginn haben wir einzelne Konzertorte aufgesucht. Dies diente mir als Inspiration für meine gestalterische Arbeit. Ich nehme Bezug auf die Eigenschaften des Raums und ziehe diesen der Musik vor. Mein Ziel ist es, die Stimmung der Räume festzuhalten. Alle Mitglieder einer Gruppe entwerfen zuerst individuell ein Konzept. Anschliessend wird ein Konzept pro Gruppe ausgesucht und weiterentwicklet. Zu Beginn arbeiten wir analog auf Papier, wobei wir Interaktions- und Animationsideen visuell erklären. Anschliessend wird der Entwurf digitalisiert.»

Voneinander profitieren
In Teams wurden Schwierigkeiten und Hindernisse gemeistert, mittels Besprechungen und einer produktiven Kommunikation innerhalb der Gruppen wurden Lösungen gefunden. Gemeinsam strebten die Lernenden jeweils in Gruppen eine Zusammenarbeit an, die Stärken mit Erfahrungen kombinieren soll. Das Konzept zu ihrer Arbeit wurde in der 1. Projektwoche festgelegt und in der 2. Projektwoche angegangen und umgesetzt. Der Zeitdruck motivierte dabei, viel zu leisten, wobei Technik und Gestaltung Hand in Hand gingen. Unter anderem mit Inputs eines Programmierers zum «responsive Design». Die Aufgabe wurde als ebenso anspruchsvoll wie interessant wahrgenommen, wovon alle Lernenden verschiedener Jahrgänge etwas mitnehmen können.

Teilprojekt 3
Projektdokumentation

Die gesamte Arbeit wird von einem Team von drei Lernenden dokumentiert. Die laufenden Arbeiten werden mit Hilfe von Fotografien und Notizen verfolgt. Zudem entstehen kurze Informationstexte zu den jeweiligen Orten und Interviews mit den anderen Lernenden.

 

«Eine trockene Arbeit, die dennoch Spass gemacht hat», Xena Veggian, 20


Wie hast du die Arbeit der Dokumentation empfunden?
Mir hat es gefallen. Die Arbeit schien mir ganz am Anfang trocken und nicht frei. Ich würde mich um die Recherche der Arbeit anderer kümmern, was ich schade fand, aber zu dieser Ausbildung dazugehört.

Was gab es für Schwierigkeiten?
Es waren zwei reibunglose Wochen. Um uns die Arbeit zu dritt gut einteilen zu können, mussten wir uns schon in Ruhe hinsetzen und klar und strukturiert einen Arbeitsplan erstellen, was uns aber eigentlich immer gut gelungen ist. Wir hatten das Glück, mit Christian Platz eine tolle Leitung zu haben, wobei wir immer mit Fragen und Schwierigkeiten zu ihm gehen konnten. Die Schwierigkeiten beschränkten sich insgesamt eher auf technische Korrekturen.

Inwiefern hat sich deine Meinung geändert?
Ich bin jetzt zufrieden. Es ist spannend, die gestalterische Arbeit zur Abwechslung ganz objektiv zu betrachten, ohne aktiv ein Teil davon zu sein. Es fühlte sich an, wie wenn wir die Arbeiten der Lernenden aus der Perspektive der Lehrpersonen oder Kunden betrachtet hätten. Ausserdem schreibe ich sehr gerne.

Was zeichnet die Arbeit in der Dokumentationsgruppe aus?
Es war witzig alle Schüler bei ihren Projekten zu begleiten und sehr interessant, die Arbeit von aussen zu betrachten. Die Projekte wuchsen und wir durften alle befragen und fotografieren.